1. Bonfire – Entwicklungslinien
1.1 S, E und X waren technisch keine bloßen Softwarevarianten
Die Updates von 2022 bestätigen, dass S, E und X zwar viele Chassis- und Dokumentationsbestandteile teilen, die Elektrik aber unterschiedlich aufgebaut ist. Für die Bonfire E wird ausdrücklich ein Mischstand beschrieben: eine 52-V-Batterie wie bei der S, zugleich aber L3e-A1-/OBD-Anforderungen wie bei der X. Auch Controller und Motoren werden in den Produktionsupdates als variantenspezifische Bauteile behandelt.
Damit ist die Modellbezeichnung für Arbeiten am Antriebsstrang zwingend relevant; aus äußerlicher Ähnlichkeit darf nicht auf gleiche Spannung, Controller- oder Motorkonfiguration geschlossen werden.
Quellen: WyuXGjn8780, 2022-09-16; sOrtbfntKH0, 2022-10-04.
1.2 Bonfire-E-Motortest: frühe Temperaturgrenze war offenbar falsch angesetzt
Im September 2022 erklärt der Hersteller einen auffällig schlechten Leistungstest der Bonfire E damit, dass der Motor im Test bereits bei ungefähr 100–110 °C abgeregelt/abgeschaltet worden sei. Nach Herstellerangabe war für diesen Motor eher eine Grenze um 140–150 °C kommuniziert worden; beim Test seien offenbar ältere QS-Motor-Daten herangezogen worden. Ein neuer Test wurde angekündigt.
Das ist historisch interessant, aber kein freigegebener Wartungs- oder Controller-Sollwert. Die Aussage beschreibt einen Zulassungs-/Testkontext und sollte nicht als Empfehlung verwendet werden, einen Motor bis 150 °C zu betreiben.
Quelle: WyuXGjn8780, 2022-09-16.
1.3 Controller-Einstellungen und Garantie
Im Oktober 2022 weist der Hersteller darauf hin, dass Service grundsätzlich nicht verpflichtend sei, eigenmächtige Änderungen an nicht freigegebenen Controller-Einstellungen aber Auswirkungen auf die Gewährleistung/Garantie des Antriebsstrangs haben können. Das bestätigt, dass Controllerparameter schon bei den frühen Bonfire-Ständen technisch veränderbar waren, die später dokumentierten Fardriver-Werte aber nicht rückwirkend als universelle Werkswerte verstanden werden dürfen.
Quelle: sOrtbfntKH0, 2022-10-04.
1.4 Retrofit-Strategie entstand früh und wurde teilweise Serienstand
Bereits im Oktober 2022 kündigte Black Tea an, zukünftige Verbesserungen möglichst nachrüstbar zu machen. Der damals angekündigte USB-Port sollte zunächst als Retrofit kommen und ab etwa November/Dezember bei neuen Fahrzeugen serienmäßig verbaut werden. 2023 folgten tatsächlich dokumentierte Retrofits für USB, XLR-Ladeport und Keyless/Alarm.
Damit lässt sich bei der Bonfire nicht von einem einzigen festen Bauzustand pro Modelljahr ausgehen: einzelne spätere Fahrzeuge können Verbesserungen ab Werk besitzen, die bei älteren Fahrzeugen nachgerüstet wurden.
Quellen: sOrtbfntKH0, 2022-10-04; 85b3lvC6tYw, 2023-01-31; jLQxL5hGTbs, 2023-01-31; X8NoR2oOzbw, 2023-01-19.
1.5 Neuer Bonfire-X-Motor 2023: Existenz bestätigt, Details im Corpus nicht belastbar
Am 16.05.2023 erschien das Video New Bonfire X Motor. Es ist nur etwa 17 Sekunden lang; das Auto-Transcript enthält praktisch keinen verwertbaren technischen Inhalt und auch die Metadaten liefern keine Spezifikation. Der Corpus bestätigt damit die Existenz eines neuen Motorstands, aber nicht dessen genaue technische Daten.
Diese Generation sollte in einer späteren Modellmatrix als bekannter Wechsel mit ungeklärten Details geführt werden, statt aus späteren Performance-/Wildfire-Aussagen rückwirkend Daten zuzuordnen.
Quelle: v1Ogom5PwA0, 2023-05-16. ⚠ Transcript nicht ausreichend.
1.6 Bonfire Y als verworfene Zwischenentwicklung — nicht als Serienmodell behandeln
Das Bonfire-Update von Februar 2024 ist für die Historie wichtig: Eine geplante Bonfire Y wurde nicht als reguläres Serienmodell weitergeführt; Entwicklungsziele gingen teilweise in die Wildfire über. Der Hersteller beschreibt dabei einen stärkeren geplanten Motor, der grundsätzlich auch für die Bonfire X als Upgrade interessant gewesen wäre, sowie Überlegungen zu größeren Batterien/Batterieboxen.
Gleichzeitig wird ausdrücklich erklärt, dass viele dieser Punkte zu diesem Zeitpunkt Zukunftsplanung waren. Insbesondere Long-Range-Batterien, neue Batteriebox und Charge-/Storage-Tank waren keine vorhandene Bonfire-X-Serienausstattung. Das Video eignet sich daher vor allem zur Abgrenzung von verworfenen Plänen gegenüber später tatsächlich realisierten Retrofits.
Quelle: c0ANLOofIzU, 2024-02-21.
1.7 Motorkühlung wurde als Antwort auf reale thermische Grenzen weiterentwickelt
Die Update-Kette 2023/24 bestätigt, dass die Kühlung des Radnabenmotors kein isoliertes Zubehörthema war, sondern eine gezielte Reaktion auf thermische Grenzen der leistungsstärkeren Bonfire-Stände. Daraus entstand das Luftgekühlt-Konzept aus Ferrofluid und externen Kühlrippen. Spätere Controllerempfehlungen unterscheiden deshalb sinnvoll zwischen technisch möglichem Strom und thermisch vernünftiger Einstellung.
Quellen: 0LFI3J4MZcE, 2023-11-24; c0ANLOofIzU, 2024-02-21; gkjPalgxTsA, 2024-10-15.
2. Wildfire: Prototyp → Serie – Aussagen sauber trennen
2.1 Der erste Wildfire-Prototyp ist keine verlässliche Serienreferenz
Im März 2024 bezeichnet Black Tea den ersten Wildfire-Prototyp ausdrücklich als ersten Entwicklungsstand und reagiert auf umfangreiches Kundenfeedback. Für den zweiten Prototyp wurden unter anderem Front, Scheinwerfer-/Kotflügelgestaltung, Tank-/Batterieboxform, Sitz und Heck deutlich in Richtung Bonfire-Design verändert.
Besonders wichtig: In diesem Entwicklungsstand wurde zeitweise angekündigt, die Wildfire zugunsten eines schmaleren und leichteren Batteriekastens nur mit einer Batterie auszulegen. Die spätere Serien-Wildfire unterstützt dagegen wieder eine Zwei-Batterie-Konfiguration. Diese frühe Aussage ist damit ein gutes Beispiel dafür, warum 2024er Development-Videos nicht als Serienhandbuch verwendet werden dürfen.
Quelle: khmpgEYzdyE, 2024-03-20.
2.2 Kühlung von Controller und Onboard-Lader war bereits in der Entwicklung ein Thema
Beim zweiten Prototyp beschreibt der Hersteller offene bzw. gerippte Bereiche der Seitenverkleidung, um Controller und Onboard-Ladegerät besser mit Luft zu versorgen. Gleichzeitig musste der Berührungsschutz elektrischer Komponenten erhalten bleiben. Das zeigt, dass thermisches Management von Leistungselektronik und Lader bereits vor Serienstart ein konstruktives Thema war.
Quelle: khmpgEYzdyE, 2024-03-20.
2.3 2024er „finaler Prototyp“ bleibt Entwicklungsquelle
Auch Videos mit Bezeichnungen wie Finaler Wildfire Prototyp werden im Wissensbestand nicht automatisch zum Serienstand hochgestuft. Sie sind nützlich, um die Entwicklungsrichtung und später bestätigte Komponenten zu verstehen; maßgeblich für Wartung und konkrete Serienprobleme sind aber die 2025er Videos an ausgelieferten Fahrzeugen.
Quellen: LXMhUH35U3E, 2024-06-10; zQlcnryIPOw, 2025-01-26; sES7isshqSA, 2025-02-10; um1W3DjQcl0, 2025-07-18.
2.4 Serienanlauf 2024/25: technische Aussagen werden ab Kundenfahrzeug belastbarer
Ende 2024 berichtet Black Tea über Zulassung und Aufbau der ersten Serienfahrzeuge. Ab Anfang 2025 folgen erstmals zusammenhängende Videos zu tatsächlich ausgelieferten Wildfires. Für die Wissensbasis markiert 2025 daher die wichtigste Vertrauensgrenze: frühere Angaben werden als Entwicklungsstand geführt, sofern sie nicht später bestätigt werden.
Quellen: d6yP2ZdXTXU, 2024-11-26; pdFL1rmJaew, 2024-12-31; zQlcnryIPOw, 2025-01-26.
3. Wildfire 2025 – Serienreifung und Facelift
3.1 Kinderkrankheiten sind teilweise chargen- bzw. konfigurationsabhängig
Die 2025er Updates stützen die bereits dokumentierten Probleme mit 5-V-Wandler, Controllerkonfiguration und Ladeverhalten, stellen sie aber in den Kontext eines frühen Serienanlaufs. Sie sollten daher nicht als Eigenschaften jeder Wildfire formuliert werden, sondern als bekannte Fehlerbilder bestimmter früher Fahrzeuge bzw. Chargen.
Quellen: 7Xwy3BkFkHg, 2025-04-18; oc6iPAPFFr0, 2025-05-21; um1W3DjQcl0, 2025-07-18; qnxAdh9YhEE, 2025-07-18.
3.2 6,6-kW-Laden entwickelte sich nach Serienstart weiter
Die Update-Videos 2025 zeigen, dass das 6,6-kW-Thema nicht mit dem ersten Ladevideo abgeschlossen war. Ladegerät, Batterie/BMS und verfügbare Ladeleistung bilden ein System; insbesondere bei nur einer Batterie waren Begrenzung bzw. Firmwareanpassungen relevant. Aussagen wie „6,6 kW vorhanden“ dürfen deshalb nicht ohne Batterieanzahl und Softwarestand als tatsächlich nutzbare Ladeleistung interpretiert werden.
Quellen: um1W3DjQcl0, 2025-07-18; ogP50oc5wkk, 2025-07-23; dM_vdwvCbVQ, 2025-09-19.
3.3 Facelift 2025 versus Modelljahr 2026
Im November 2025 trennt der Hersteller ausdrücklich zwischen bereits eingeführten Facelift-Änderungen — Display, Scheinwerfer und NFC — und größeren Änderungen für die Saison 2026. Damit sollten diese drei Komponenten nicht pauschal als „2026er Technik“ bezeichnet werden: sie tauchen bereits beim Facelift auf und werden zusätzlich als Retrofit dokumentiert.
Quelle: ueW0lPBfxuk, 2025-11-07.
4. Modelljahr 2026 – großer technischer Sprung
4.1 Gemeinsamer neuer 6,6-kWh-Akku
In der Modellvorstellung für 2026 kündigt Black Tea für Bonfire und Wildfire einen gemeinsamen 6,6-kWh-Brutto-Akku an. Im deutschsprachigen März-2026-Update werden ungefähr 5,5 kWh netto pro Akku genannt. Die Wildfire kann zwei Akkus verwenden und kommt damit laut Hersteller auf bis zu etwa 11 kWh netto.
Der Hersteller nennt außerdem 17 kW Peak pro Akku; für die Wildfire mit zwei Akkus entsprechend bis zu 34 kW Peak. Diese Werte gehören zum neuen 2026er System und dürfen nicht auf ältere Bonfire-/Wildfire-Akkus übertragen werden.
Quellen: hlZ-Ab-rwGY, 2025-11-27; p_pRMGj1S98, 2026-03-09.
4.2 Bonfire 2026: Batteriebox und Ladeintegration ändern sich
Für die Bonfire wird 2026 eine etwas breitere neue Batteriebox beschrieben. Dazu kommen neue Seitenteile und ein neuer Seitenständer. Optional soll ein 2-kW-Charge-Tank Typ-2-Laden am Fahrzeug ermöglichen; das externe Ladegerät bleibt als weitere Lademöglichkeit erhalten.
Wichtig für Retrofits: Im März 2026 erklärt der Hersteller, dass der neue 2-kW-Lader mit CAN-Bus-Kommunikation nicht mit alten Bonfire-Akkus funktioniert, weil diesen die entsprechende Kommunikationsschnittstelle fehlt. Für alte Akkus wurde deshalb ein Ladegerät ohne CAN-Bus angekündigt. Der Charge-Tank ist damit generationsabhängig und nicht nur mechanisch zu betrachten.
Quellen: p_pRMGj1S98, 2026-03-09; nYhsP6soKB4, 2026-03-21.
4.3 Wildfire 2026: Fahrwerk und Struktur
Für die Wildfire 2026 beschreibt der Hersteller mehrere konstruktive Änderungen:
- neue, steifere Gabelbrücke;
- neue CNC-gefräste Schwinge;
- CNC-gefräste Vorderradnabe;
- M15-Achsen vorne und hinten laut März-Update;
- stärker dimensionierte bzw. geänderte Frontpartie/Gabel;
- zusätzliche Kühlrippen bzw. verbesserte Luftzirkulation für höhere Fahr- und Ladeleistung.
In der englischen Modellvorstellung wird außerdem eine Vergrößerung der Gabelrohre von 33 auf 37 mm und einstellbare Zugstufendämpfung an der USD-Gabel genannt.
Quellen: hlZ-Ab-rwGY, 2025-11-27; p_pRMGj1S98, 2026-03-09.
4.4 CBS und ABS sind unterschiedliche 2026er Produktionsstände
Die Wildfire 2026 wird mit CBS oder ABS angekündigt. Ende November 2025 wird ABS noch als kommende, nicht einfach nachrüstbare Änderung beschrieben. In der Modellvorstellung wird der Start der ABS-Auslieferung für Juni 2026 angekündigt. Im Produktionsupdate vom März 2026 sind CBS-Fahrzeuge bereits für frühere Auslieferung vorgesehen, während der tatsächliche Start der ABS-Auslieferung im Juni noch nicht garantiert werden kann.
Daher gilt für den Corpus-Stand: ABS ist bestätigte 2026er Produktplanung, aber im März 2026 noch kein allgemein ausgelieferter Serienstand.
Quellen: ueW0lPBfxuk, 2025-11-07; hlZ-Ab-rwGY, 2025-11-27; nYhsP6soKB4, 2026-03-21.
4.5 9-kW-Wildfire-Laden
Im März 2026 nennt der Hersteller für die Wildfire Ladeoptionen von ungefähr 2, 3, 6 und 9 kW. Für 9 kW wird im gesprochenen deutschen Update eine Größenordnung von etwa 45 Minuten von 20 auf 80 % genannt. Eine ältere englische Modellvorstellung enthält eine wesentlich aggressivere Aussage („unter 15 Minuten“), die mit den späteren Angaben nicht plausibel zusammenpasst.
Für die Wissensbasis wird deshalb 45 Minuten als spätere Herstellerangabe dokumentiert, während die frühere \<15-Minuten-Aussage als widersprüchlich/marketingnah markiert und nicht als belastbarer technischer Wert übernommen wird.
Quellen: hlZ-Ab-rwGY, 2025-11-27; p_pRMGj1S98, 2026-03-09. ⚠ Widersprüchliche Herstellerangaben.
4.6 2026er Akku-Auslieferung: Übergangslösungen bestätigen Generationenbruch
Im März 2026 waren die finalen neuen Akkus noch nicht vollständig verfügbar. Black Tea erwog deshalb, Fahrzeuge vorübergehend mit älteren Akkus auszuliefern. Beim neuen Bonfire-Charge-Tank hätte das funktionale Einschränkungen verursacht, weil der neue CAN-Bus-Lader mit den alten Akkus nicht kommuniziert.
Diese Produktionsaussage ist für die technische Historie wertvoll: Sie bestätigt, dass alter und neuer Akku elektrisch/funktional nicht vollständig austauschbar sind, auch wenn Übergangslösungen zum Fahren möglich sein können.
Quelle: nYhsP6soKB4, 2026-03-21.