1. Bonfire
1.1 Modelle und technische Varianten
1.1 Frühe Bonfire und Bonfire X
Im Video von August 2021 werden Bonfire und Bonfire X äußerlich weitgehend als gleiche Plattform beschrieben. Genannt werden gleicher Rahmen-/Karosserieaufbau, Tank, Sitz, Beleuchtung und grundsätzlich gleiche Federung. Wesentliche Unterschiede liegen bei Antrieb, Spannung, Bremse vorne und Bereifung.
Für die damalige Bonfire X nennt der Hersteller:
- zwei gleichzeitig angeschlossene Batterien;
- Systemspannung über 100 V laut Display;
- GPS-getestete Höchstgeschwindigkeit um 95 km/h mit Heidenau K60-Reifen;
- größere vordere Bremsscheibe mit 265 mm Durchmesser;
- CBS-Bremssystem;
- 31-mm-Vorderradgabel;
- zwei hintere Federbeine mit 335 mm Länge.
Für die damalige normale Bonfire wird eine kleinere vordere Bremsscheibe von 220 mm genannt. Die übrigen sichtbaren Hauptkomponenten seien weitgehend identisch.
Quelle: 2hz9j3oUhIE, 2021-08-19, Bonfire S & Bonfire X.
1.2 Bonfire S und Bonfire E
Im Material von 2022 werden Bonfire S und E als äußerlich weitgehend identische Fahrzeuge beschrieben, deren Unterschied hauptsächlich in Leistung und zulässiger Geschwindigkeit liegt. Auch gegenüber der X-Version wird wiederholt betont, dass viele Chassis-, Rad-, Brems- und Karosserieteile geteilt werden.
Für die Bonfire E wird sie als Zwischenstufe zwischen S und X positioniert: höhere legale Geschwindigkeit bzw. Leistung als die S, aber günstiger bzw. leistungsschwächer als die X. Das Video ist stark produktorientiert; konkrete Leistungsdaten sollten daher erst nach weiterer corpusweiter Gegenprüfung als endgültige technische Daten übernommen werden.
Quelle: 2g5kOE66iw4, 2022-02-21, Everything you need to know about the Bonfire E.
1.3 Bonfire Standard und Performance ab 2024
Im Controller-Video von Oktober 2024 verwendet der Hersteller die Bezeichnungen Bonfire Standard und Bonfire Performance. Technisch besonders wichtig ist, dass Standard/X und Performance unterschiedliche Motor- und Stromgrenzen haben. Controllerwerte dürfen daher nicht nur nach „Bonfire" unterschieden werden, sondern müssen dem konkreten Leistungsstand zugeordnet werden.
Quelle: gkjPalgxTsA, 2024-10-15, Controller App.
1.2 Inbetriebnahme und Bedienung
2.1 Batterie einsetzen
Für Bonfire S/E beschreibt der Hersteller folgendes Verfahren:
- Batterie vor dem Einsetzen nach Möglichkeit ausschalten.
- Batteriefach mit dem kleinen Schlüssel öffnen; durch leichten Druck gegen die Tür lässt sich die Dichtung leichter überwinden.
- Bei zwei Batterien empfiehlt der Hersteller, mit der rechten Batterie zu beginnen.
- Batterie zunächst so einsetzen, dass der Anschluss noch gut erreichbar bleibt.
- Stecker vollständig bis zum Anschlag einführen. Neue Steckverbindungen können anfangs relativ stramm sein.
- Batterie einschalten.
- Batteriefach schließen; auch hier kann leichter Druck auf die Tür die Verriegelung erleichtern.
Der Hersteller betont wiederholt, dass die Steckverbindung wirklich vollständig einrasten muss. Teilweise eingesteckte Hochstromstecker sind eine plausible Fehlerquelle.
Quellen: jbBULzYL9Zs, 2022-06-29; na6xUNL9aFw, 2022-11-25.
2.2 Fahrzeug starten
Bei den S/E-Versionen mit Zündschloss:
- Seitenständer hochklappen; der Seitenständerschalter verhindert sonst die Fahrfreigabe.
- Zündung einschalten.
- roter Kill-/Not-Aus-Schalter muss in Fahrposition stehen;
- Starttaste drücken, bis im Display der Fahrmodus erscheint.
Die Fahrmodi werden als Eco, Normal und Sport beschrieben und können laut Hersteller auch während der Fahrt gewechselt werden.
Quelle: jbBULzYL9Zs, 2022-06-29.
Bei späteren Keyless-Versionen wird das Fahrzeug über den Funkschlüssel bzw. Keyless-Go aktiviert. In der Bonfire-Erste-Schritte-Anleitung von November 2022 wird „zweimal Blitz drücken" als Einschaltvorgang beschrieben.
Quelle: na6xUNL9aFw, 2022-11-25.
2.3 Seitenständerschalter
Bereits bei frühen Bonfire/Bonfire-X-Fahrzeugen verhindert der Seitenständerschalter die Fahrfreigabe bei ausgeklapptem Seitenständer. Bei der Endmontage muss der Schalter so positioniert werden, dass der Seitenständer ihn zuverlässig betätigt.
Quellen: 2hz9j3oUhIE, 2021-08-19; vg5PcEDEFho, 2021-09-24.
1.3 Akku und Laden
3.1 Batterie außerhalb des Motorrads laden
Die frühen Bonfire-Anleitungen zeigen das Herausnehmen der Batterie und separates Laden. Der Stecker soll vollständig gelöst und die schwere Batterie beim Herausheben unten sicher gehalten werden.
Quelle: 4ArLrkMSPSo, 2021-09-24.
3.2 Batterie im Fahrzeug laden
Für das Laden im Batteriefach gelten laut Hersteller folgende praktische Punkte:
- Batterie bleibt im Batteriefach und wird mit dem Ladegerät verbunden.
- Batterie muss zum Laden eingeschaltet sein.
- Ladegerät nicht im geschlossenen Batteriekasten unterbringen.
- Das Ladekabel kann durch die vorgesehene Öffnung geführt werden, sodass die Batteriefachtür geschlossen werden kann.
- Das Ladegerät selbst soll trocken und ausreichend belüftet außerhalb des Batteriefachs stehen.
- Grün am Ladegerät signalisiert im gezeigten System vollen Ladezustand.
Quelle: BNP7lWxv-y0, 2022-06-29; ältere Variante URjfznru7YY, 2021-09-24.
3.3 Batterie zur Schonung ausschalten
In mehreren Videos empfiehlt der Hersteller, Batterien bei Nichtgebrauch auszuschalten. Das wird als Maßnahme zur Schonung von Batterie und Steckverbindungen dargestellt. Für lange Standzeiten und optimale Lager-SOC-Werte enthält der bisher ausgewertete Bonfire-Schnitt noch keine konsolidierte belastbare Aussage.
Quellen: jbBULzYL9Zs, 2022-06-29; na6xUNL9aFw, 2022-11-25.
3.4 XLR-Ladeanschluss als Retrofit
Für S/E/X dokumentiert der Hersteller Anfang 2023 einen nachrüstbaren XLR-Ladeanschluss. Ziel ist ein komfortabler Ladeport am Fahrzeug, sodass zum Laden nicht jedes Mal Batteriefach bzw. Batterieanschluss direkt verwendet werden müssen.
Der Einbau ist ein Eingriff in den Hochstrom-/Ladekabelbaum. Der Hersteller zeigt dazu die Demontage von Sitz/Tank/Seitenteilen und das Einschleifen bzw. Umrüsten der Ladeverkabelung. Wegen unterschiedlicher Kabelstände ist die Videoanleitung eher als fahrzeugspezifisches Retrofit-Verfahren denn als universeller Schaltplan zu verstehen.
Quelle: jLQxL5hGTbs, 2023-01-31, Retrofit an XLR Charging Port.
1.4 Elektrik, Stecker und typische Fehlerquellen
4.1 Hochstromstecker vollständig verbinden
Ein frühes Problemvideo von Februar 2022 hebt den Anti-Spark-Batteriestecker hervor. Der Hersteller betont, dass dieser vollständig bis zum Anschlag zusammengesteckt werden muss. Bei neuen Steckern könne das hohe mechanische Kraft erfordern; leichtes links/rechts Bewegen beim Einstecken bzw. Abziehen wird als Hilfe beschrieben.
Quelle: fZSSId_PSps, 2022-02-02, 3 Most Common Problems.
Hinweis: Auto-Transcript qualitativ schlecht; Detailaussagen aus diesem Video sollten vor öffentlicher Verwendung nochmals direkt am VTT/Timestamp geprüft werden.
4.2 Austausch Batterie–Controller-Kabel
Im März 2023 dokumentiert der Hersteller den Austausch der Kabel zwischen Batterie und Controller. Das ist insbesondere für Fahrzeuge relevant, bei denen Kabel oder Steckverbindungen beschädigt wurden bzw. ein aktualisierter Kabelsatz verbaut werden soll.
Vor Arbeiten müssen die Batterien getrennt sein. Die Kabel führen direkt zum Controller und sind daher nicht mit gewöhnlicher 12-V-Nebenverbraucher-Verkabelung gleichzusetzen.
Quelle: K1Co5StO9Gg, 2023-03-27, How to swap the Battery-Controller Cables.
4.3 Zündschloss versus Keyless-Go
Für Bonfire S mit klassischem Zündschloss bietet der Hersteller Anfang 2023 einen Keyless-/Alarm-Retrofit an. Als technischer Vorteil wird ein Fail-Safe-Verhalten beschrieben:
- fällt das klassische Zündschloss elektrisch aus, kann das Motorrad im ungünstigen Fall nicht mehr eingeschaltet werden;
- beim gezeigten Keyless-Modul sei der Ausfallzustand so ausgelegt, dass die Fahrstromfreigabe bestehen bleibt und das Fahrzeug noch bewegt werden kann; vollständig ausschalten lässt es sich weiterhin über die Batterien.
Der Einbau greift direkt in Plus-/Minusversorgung und Freigabeleitung ein. Der Hersteller nennt:
- rotes Alarmkabel an die zum Controller führende Plusleitung;
- oranges Kabel an die zum Fahrzeugkabelbaum führende Leitung;
- weiße Leitung an den Controller-Minuspunkt;
- die bisherige Zündschlossleitung wird durch die Keyless-Verbindung ersetzt/überbrückt.
Da Farben und Kabelbaumstände variieren können, ist die Richtung/Funktion wichtiger als die Farbe allein.
Quelle: X8NoR2oOzbw, 2023-01-19, Upgrade from Ignition to Anti-Theft (Bonfire S).
4.4 Bedienung des Keyless-Moduls
Im gezeigten Keyless-System:
- zweimal Blitz-Taste → Fahrzeug einschalten;
- obere rechte Taste → Fahrzeug ausschalten bzw. Alarm deaktivieren;
- obere linke Taste → Alarm-/Diebstahlfunktion aktivieren;
- weitere Taste dient als Find-Me-/Akustikfunktion.
Quelle: X8NoR2oOzbw, 2023-01-19.
4.5 USB-Ladeport Retrofit
Anfang 2023 zeigt der Hersteller einen neuen Displayhalter mit USB-Ladeanschluss. Bei Bonfire S mit klassischem Zündschloss reicht der Platz nicht für Zündschloss und USB-Port gleichzeitig; in diesem Fall muss laut Hersteller zuerst auf das Alarm-/Keyless-System umgebaut werden.
Für X ist der Einbau aufwendiger, weil mehr Display-/Kontrollleuchtenverkabelung vorhanden ist. Der Hersteller weist ausdrücklich darauf hin, vor dem Umbau Batterie/Fahrzeug vollständig spannungsfrei zu machen.
Quelle: 85b3lvC6tYw, 2023-01-31, Retrofit an USB Charging Port.
1.5 Bremsen
5.1 Bremsscheiben und CBS
Für die frühe Bonfire X wird vorne eine 265-mm-Scheibe, für die normale frühe Bonfire eine 220-mm-Scheibe genannt. Hinten wird im Vergleichsvideo die gleiche Scheibenbremse beschrieben. Bei der X wird CBS erwähnt: beide Bremshebel wirken zumindest teilweise auf die vordere Bremse.
Quelle: 2hz9j3oUhIE, 2021-08-19.
5.2 Bremsbeläge wechseln
Der Hersteller zeigt ein einfaches Verfahren für Vorder- und Hinterradbremse:
- Bremssattel von Gabel bzw. Halter lösen.
- zwei Halteschrauben der Beläge aus dem Sattel entfernen;
- ersten Belag, Feder und zweiten Belag entnehmen;
- neue Beläge mit Feder einsetzen;
- Halteschrauben wieder montieren;
- Bremssattel wieder befestigen.
Das Verfahren wird für Vorder- und Hinterradbremse als gleichartig beschrieben. Drehmomente werden im Video selbst nicht genannt.
Quelle: GkxqIgMeUjs, 2021-09-24.
5.3 Bremsanlage entlüften
Das Herstellerverfahren:
- Deckel des Bremsflüssigkeitsbehälters vorsichtig öffnen; Schrauben seien empfindlich.
- Schutzkappe am Entlüftungsventil des Bremssattels entfernen.
- Bremshebel drücken.
- Entlüftungsventil öffnen.
- Ventil schließen.
- Bremshebel lösen.
- wiederholen, bis keine Luftblasen mehr sichtbar sind.
- Bremsflüssigkeit sorgfältig von Fahrzeugteilen entfernen und Behälter wieder schließen.
Der Hersteller sagt ausdrücklich, dass das gleiche Grundverfahren für Vorder-, Hinter- und CBS-Kreis gilt.
Quelle: EOKGZwqlOfE, 2021-09-24.
1.6 Räder, Fahrwerk und Lenkung
6.1 Vorderrad-Endmontage bei frühen Fahrzeugen
Bei der Endmontage wird der kurze Distanzring auf der Bremsscheibenseite und der lange Distanzring auf der Gegenseite eingesetzt. Die Scheibe muss sauber zwischen den Bremsbelägen geführt werden. Anschließend wird die Achse mit M12-Mutter gesichert. Der Hersteller verweist für das konkrete Drehmoment auf seine separate Torque-Tabelle.
Quelle: vg5PcEDEFho, 2021-09-24.
6.2 Hinterrad ausbauen
Beim Hinterrad sitzt der Radnabenmotor im Rad; deshalb muss zusätzlich zum mechanischen Ausbau die Motorverkabelung getrennt werden.
Wichtige Punkte aus der Herstelleranleitung:
- Sitz/Tank/Seitenteile je nach Zugang entfernen;
- Motorphasen am Controller lösen und ursprüngliche Zuordnung merken;
- drei Phasenfarben: gelb, grün, blau;
- beim späteren Wiederanschluss zeigt das Video: blau → W, grün → V, gelb → U;
- zusätzlichen Motorstecker ebenfalls trennen;
- Achsmuttern und Achsstreben lösen;
- Hinterrad mit Bremse/Nummernschildhalter vorsichtig herausnehmen;
- beim Wiedereinbau darauf achten, dass das Rad exakt gerade in der Schwinge steht;
- Motorkabel korrekt unter der Schwinge bzw. zwischen Batteriekasten und Rahmen führen und wieder mit Kabelbindern sichern.
Quelle: zXof-2E0DGs, 2021-09-24, How to change the rear wheel.
6.3 Lenkkopflager bei frühen Fahrzeugen
Das Problemvideo von 2022 beschreibt, dass sich das Lenkkopflager nach den ersten Kilometern setzen bzw. Spiel entwickeln kann. Zum Nachstellen muss die obere Gabelbrücke gelöst bzw. angehoben werden und die darunterliegende Einstellmutter mit Hakenschlüssel vorsichtig nachgezogen werden.
Das Transcript nennt Größenordnungen um 10 Nm für die eigentliche Lager-Vorspannung und deutlich höhere Werte für die obere zentrale Mutter, ist jedoch sprachlich stark fehlerhaft. Die genauen Drehmomentwerte sollten deshalb nicht ohne Timestamp-Gegenprüfung als Werkstattwert veröffentlicht werden.
Quelle: fZSSId_PSps, 2022-02-02.
6.4 Gasdruck-Federbeine Retrofit
2024 dokumentiert der Hersteller nachrüstbare hintere Gasdruckfederbeine.
Montage- und Einstellhinweise:
- Gepäckträger/Soziushalter muss für den Zugang entfernt werden;
- untere Befestigung verwendet M10-Schrauben, während das Federbein selbst eine M12-Aufnahme besitzt; Distanzbuchsen reduzieren M12 auf M10;
- für die untere Befestigung nennt der Hersteller 30–40 Nm, Werkstattwert ungefähr 35 Nm;
- das Federbein ist länger als die Standardlösung und kann zusätzlich in der Länge verstellt werden;
- theoretisch sind bis zu etwa 3 cm zusätzliche Länge möglich, praktisch begrenzt der Abstand Schwinge/Rahmen die nutzbare Erhöhung;
- Rebound/Zugstufe wird über „Fast/Slow" eingestellt; für den schweren Radnabenmotor bevorzugt der Hersteller eher die schnelle Einstellung;
- Federvorspannung verändert nicht die Federrate, sondern den Negativfederweg/Sag;
- bei Solobetrieb empfiehlt der Hersteller meist wenig oder keine zusätzliche Vorspannung;
- mit Sozius werden mindestens etwa 1–2 cm zusätzliche Vorspannung empfohlen, damit die Schwinge bzw. Kabel nicht zu weit einfedern.
Quelle: nDxNhRkonEw, 2024-09-27, Federbein-Austausch (Gasdruckfederbeine).
1.7 Reinigung, Korrosion und Pflege
7.1 Grundreinigung
Das ausführliche Reinigungsvideo von Januar 2023 ist technisch relevant, weil die Bonfire viele Stahlteile besitzt und Korrosion ein reales Wartungsthema ist.
Empfohlen werden:
- Motorradreiniger und Wasser;
- weiches Tuch/Schwamm;
- separater Felgenreiniger optional;
- Bremsenreiniger für Bremsflächen;
- danach vollständiges Trocknen.
Das Fahrzeug sollte während der Reinigung ausgeschaltet sein.
Quelle: 4s16IyskVMg, 2023-01-18.
7.2 Häufigkeit
Bei normaler Nutzung nennt der Hersteller keine starre Kilometerzahl, sondern orientiert sich an Wetter und Verschmutzung. Bei Regen, Schnee und insbesondere Straßensalz soll deutlich häufiger gereinigt und konserviert werden.
Quelle: 4s16IyskVMg, 2023-01-18.
7.3 Rostgefährdete Stellen
Besonders beobachtet werden sollen:
- Speichen und Felgenbereich;
- Schwinge;
- Schrauben und Vertiefungen, in denen Wasser stehen kann;
- Übergänge/Spalte zwischen Bauteilen;
- vorderer Bereich, der Fahrtwind und Spritzwasser besonders ausgesetzt ist.
Kleine Lackschäden sollen früh ausgebessert werden, bevor Rost entsteht. Der Hersteller verwendet dafür passende Lackstifte für matt bzw. glänzend schwarze Flächen.
Quelle: 4s16IyskVMg, 2023-01-18.
7.4 WD-40 / Korrosionsschutz
WD-40 bzw. spezielles Korrosionsschutzmittel wird als Schutzfilm auf Metallteilen eingesetzt. Besonders Speichen, Schwinge, Schraubpunkte und andere wassergefährdete Stellen werden genannt.
Nicht auf Bremsscheiben oder Beläge bringen. Bremsflächen werden separat mit Bremsenreiniger behandelt.
Quelle: 4s16IyskVMg, 2023-01-18.
1.8 Motor, Controller und thermische Belastung
8.1 Fardriver-App — betroffene Bonfire-Varianten
Im Oktober 2024 beschreibt der Hersteller die Fardriver-App für Bonfire X sowie Bonfire Standard/Performance. Ein Bluetooth-Dongle wird am Controller angeschlossen und kann dauerhaft im Fahrzeug verbleiben.
Die App zeigt u. a.:
- Controller-/MOSFET-Temperatur;
- Motortemperatur;
- Drehzahl;
- Batteriestrom;
- Phasenstrom;
- Gasgriffspannung;
- diverse Controllerparameter.
Quelle: gkjPalgxTsA, 2024-10-15.
8.2 Polpaare / falsche Drehzahlanzeige
Der Hersteller nennt 16 Magnet-Polpaare. Bei manchen Controllern sei 4 eingetragen, wodurch die RPM-Anzeige ungefähr vierfach zu hoch ausfallen könne. Die Korrektur auf 16 verbessert die Anzeige, ist aber nicht zwingend für die Fahrfunktion.
Quelle: gkjPalgxTsA, 2024-10-15.
8.3 Max Line Current
Für Bonfire X / Bonfire Standard nennt der Hersteller:
- technisch bis ungefähr 95 A;
- ungefähr 70 A als thermisch und verbrauchsseitig vernünftigen Ausgangspunkt.
Für Bonfire Performance nennt er bis ungefähr 140 A.
Max Line Current begrenzt den Strom aus der Batterie und beeinflusst die verfügbare Spitzenleistung stärker als den unmittelbaren Anfahrdrehmoment-Charakter.
Quelle: gkjPalgxTsA, 2024-10-15.
8.4 Max Phase Current
Der Phasenstrom wirkt stärker auf Drehmoment/Beschleunigung, erzeugt aber erhebliche Motorwärme.
Für Bonfire X / Standard nennt der Hersteller:
- Controller technisch bis etwa 350 A;
- ungefähr 340 A als sehr hohe Einstellung;
- rund 250 A als wesentlich vernünftigeren Wert für geringere thermische Belastung.
Beim stärkeren Performance-Antrieb sei die thermische Reserve größer.
Quelle: gkjPalgxTsA, 2024-10-15.
8.5 Drehzahlabhängige Strombegrenzung
Der Controller kann den Phasenstrom bei steigender Drehzahl stufenweise reduzieren. Für den thermisch stärker belasteten Bonfire-X-/Standard-Radnabenmotor empfiehlt der Hersteller eine solche Reduktion ausdrücklich eher als bei leistungsstärkeren Motorständen.
Quelle: gkjPalgxTsA, 2024-10-15.
8.6 Rekuperation
Für Bonfire X / Standard wird vor zu hohem Rekuperationsstrom gewarnt. Der Hersteller nennt etwa 15–20 A als Größenordnung. Rekuperation kann zudem drehzahlabhängig skaliert werden, z. B. schwach bei niedriger Geschwindigkeit und stärker bei höheren Drehzahlen.
Mechanische Bremsen sollen trotzdem regelmäßig benutzt werden.
Quelle: gkjPalgxTsA, 2024-10-15.
8.7 Motor-Autolearn nach Motortausch
Nach Wechsel auf eine andere Motorgeneration muss der Controller den Motor neu einlernen. Beim Fardriver-Auto learn muss das Hinterrad frei in der Luft sein. Während des Lernvorgangs dreht es vorwärts, stoppt und läuft anschließend rückwärts.
Das Fahrzeug muss dafür sicher aufgebockt sein; der Vorgang ist wegen des schnell drehenden Rades sicherheitsrelevant.
Quelle: gkjPalgxTsA, 2024-10-15.
1.9 Luftgekühlt-Kit für den Radnabenmotor
9.1 Zweck
Das 2023 dokumentierte „Luftgekühlt"-Kit adressiert die thermische Schwäche des Bonfire-Radnabenmotors. Der Hersteller beschreibt zwei wesentliche thermische Flaschenhälse:
- Wärmeübertragung vom inneren Motorbereich auf das Gehäuse;
- Wärmeabgabe vom glatten äußeren Motorgehäuse an die Umgebungsluft.
Deshalb kombiniert das Kit:
- Ferrofluid im Motor zur besseren Wärmeübertragung vom Inneren auf das Gehäuse;
- äußere Kühlrippen, um die Oberfläche des Motorgehäuses zu vergrößern.
Der Hersteller betont, dass beide Maßnahmen zusammen wirksamer sind als nur eine davon.
Quelle: yCcpYLdSnaA, 2023-11-24, Luftgekühlt Kit Einbau-Anleitung.
9.2 Ferrofluid-Menge
Als Zielmenge nennt der Hersteller ungefähr 6–8 ml Ferrofluid.
Er vermutet einen möglichen Verlust in der Größenordnung von 1–2 ml pro Jahr, stellt das aber ausdrücklich nicht als bereits langfristig gesicherte Erfahrung dar. Ein jährliches komplettes Nachfüllen von 6–8 ml wird gerade nicht empfohlen.
Quelle: yCcpYLdSnaA, 2023-11-24.
9.3 Einbringen des Ferrofluids
Das Video zeigt das Bohren einer kleinen Öffnung in das Motorgehäuse. Herstellerhinweise:
- bevorzugt linke Motorseite, da rechts die Bremsscheibe stört;
- Position zwischen vorhandenen Gehäuseschrauben wählen;
- so bohren, dass möglichst keine Späne ins Motorinnere gelangen;
- Ferrofluid langsam und in unterschiedlichen Radpositionen einbringen, damit es sich verteilt;
- Öffnung anschließend wieder zuverlässig verschließen.
Das ist ein invasiver Eingriff in den Motor und deutlich anspruchsvoller als normale Wartung.
Quelle: yCcpYLdSnaA, 2023-11-24.
9.4 Kühlrippen montieren
Die Kühlrippen bestehen aus sechs Segmenten, die ringförmig um den Radnabenmotor montiert werden. Wärmeleitkleber zwischen Motorgehäuse und Rippen wird empfohlen.
Die Rippen werden mit M5-Schrauben verbunden. Der Hersteller nennt maximal ungefähr 10 Nm und warnt davor, die Rippen durch übermäßiges Anziehen zu verbiegen.
Quelle: yCcpYLdSnaA, 2023-11-24.
9.5 Einfahr-/Setzphase nach Montage
Nach Einbau empfiehlt der Hersteller, den Motor bei den ersten Fahrten mehrfach auf Betriebstemperatur zu bringen. Dadurch sollen sich Ferrofluid und Wärmeleitmaterial gut verteilen bzw. setzen.
Quelle: yCcpYLdSnaA, 2023-11-24.
9.6 Controllerwerte nach verbesserter Kühlung
Mit besserer Motorkühlung seien aggressivere Beschleunigungswerte möglich, ohne den Motor so schnell thermisch zu überlasten. Der Hersteller bietet dazu einen Bluetooth-Dongle bzw. geänderte Controllerwerte an.
Das ist kein Freibrief für beliebig höhere Ströme: die konkreten sicheren Werte hängen von Motor- und Controllerstand ab und müssen mit den Fardriver-Angaben konsolidiert werden.
Quellen: yCcpYLdSnaA, 2023-11-24; gkjPalgxTsA, 2024-10-15.
1.10 Moderne Retrofits 2026
10.1 Scheinwerfer, NFC und CarPlay/Android Auto
Anfang 2026 dokumentiert der Hersteller Retrofits für bestehende Bonfire S/E/X:
- neuer Scheinwerfer;
- NFC-/Bluetooth-Startsystem;
- neues Display mit CarPlay/Android Auto.
Vor Arbeiten an der Fahrzeugelektrik soll das Fahrzeug ausgeschaltet, die Batterien getrennt und ungefähr 10 Minuten gewartet werden.
Quelle: dw5yEbYBGIQ, 2026-01-31.
10.2 NFC-Startsystem
Das NFC-Modul ersetzt das ältere Keyless-Go-Modul. Zum Start können mitgelieferte NFC-Karten verwendet werden. Zusätzlich lässt sich ein Smartphone über Bluetooth koppeln.
Für das Smartphone-Pairing beschreibt der Hersteller:
- Start-/Stopptaste fünfmal drücken;
- autorisierte NFC-Karte an das Modul halten;
- Bluetooth-Gerät koppeln;
- anschließend kann das Fahrzeug bei erkanntem Smartphone über die Taste ein-/ausgeschaltet werden.
Der Hersteller weist darauf hin, dass die optimale Position der NFC-Karte am Taster ausprobiert werden muss.
Quelle: dw5yEbYBGIQ, 2026-01-31.
10.3 Neues Display und Controller-Kommunikation
Das neue Display ersetzt das alte Instrument. Bei Bonfire X kann zusätzlich eine Controller-Kommunikationsleitung vorhanden sein; bei S/E bzw. älteren Ständen eventuell nicht. Fehlt die Datenverbindung, funktioniert das Display grundsätzlich, die SOC-Anzeige kann aber ungenauer sein.
Quelle: dw5yEbYBGIQ, 2026-01-31.
10.4 Display-Software und Spannungsprofile
Für das neue Display gibt es laut Hersteller zwei grundlegende Spannungsprofile:
- 48-V-Profil für entsprechende Bonfire-Varianten;
- 96-V-Profil für Bonfire X/Standard/Performance sowie Wildfire.
Nach einem Softwareupdate müssen die Displayparameter teilweise erneut gesetzt werden.
Quelle: DbHTL-LStu4, 2026-02-03.
10.5 Baudrate Fardriver ↔ Display
Damit Controllerdaten im Display erscheinen, muss die CAN-/serielle Kommunikationsrate zum Softwarestand passen. Im Video wird 250 kbit/s für den gezeigten Softwarestand genannt; zukünftige Software könne 500 kbit/s verlangen.
Entscheidend ist also nicht ein universeller Wert, sondern dass Displaysoftware und Controller-Baudrate übereinstimmen.
Quelle: DbHTL-LStu4, 2026-02-03.